Wenn man mit Menschen über Sodbrennen und Reflux spricht, erntet man bekräftigendes Nicken. Beinahe alle haben in diversen Formen schon mal damit zu tun gehabt. Ob nach einem frugalem Mahl oder in bereits chronischem Ausmaß: Sodbrennen hat den Status eines Volksleidens, denn mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist, mehr oder weniger ausgeprägt, damit konfrontiert. Davon sind es wiederum 50 Prozent, deren Leiden bereits im chronischen Stadium ist. Kaum jemand weiß, dass Reflux nicht immer mit den klassischen Symptomen (Sodbrennen, Aufstoßen, Mundgeruch) einhergehen muss. Wenn das nicht der Fall ist, spricht man von stillem Reflux und man läuft Gefahr falsch zu behandeln. Erfahren Sie in diesem Artikel wie Sie stillen Reflux diagnostizieren und danach behandeln.
Wie entsteht Reflux, was ist die Ursache?
Der Rückfluss entsteht
in der überwiegenden Anzahl der Fälle durch einen Schließmuskel
zwischen Magen und Speiseröhre, dessen Funktion eingeschränkt ist. Das heißt,
er lässt Magensäure nach oben in die Speiseröhre zurückfließen (Reflux). Diese Fehlfunktion
kann verschiedene Ursachen haben. Ermüdung des Muskels, Verletzung und
mehr. Auch Übergewicht oder Operationen können dafür verantwortlich sein. Immer
wenn sich die inneren Organe in ihrer Größe und Lage ändern, kann sich das auf
diesen Muskel negativ auswirken. Ist er erstmal in seiner Funktion gestört,
dann ist das oft irreversibel. Eine Linderung der Beschwerden mit Medikamenten
unter ärztlicher Begleitung ergibt Sinn.
Stiller Reflux - Unterscheidung zum klassischen
Reflux
Der Unterschied liegt nicht
in der Ursache, es ist immer noch die in die Speiseröhre zurückfließende
Magensäure. Viel mehr sind es die Auswirkungen. Im Gegensatz zum klassischen
Rückfluss steigen Magensäure und Magengase über die Speiseröhre hinaus, bis in
den Rachen- und Mundraum. Sogar die Nebenhöhlen können betroffen sein und die
Ohrgänge.
Für den Patienten sieht das
erstmals so aus, als hätte er einen Infekt, eine Verkühlung, verstopfte Nase.
Deshalb ist die Gefahr beim stillen Reflux nicht unerheblich, dass eine
falsche Diagnose gestellt wird. Vor allem, weil das charakteristische
Sodbrennen fehlt, das in aller Regel immer der Begleiter der
"normalen" Refluxerkrankung ist. Damit bleiben auch die Schmerzen in
der Speiseröhre aus, was nicht bedeutet, dass sie nicht angegriffen wird.
Welches Beschwerdebild zeigt der stille Reflux?
Die Erkrankung zeigt sich
mit unspezifischen Symptomen, wie:
, Heiserkeit, HustenHalsschmerzen - Beschwerden beim Schlucken, Zwang sich immerzu
zu räuspern
- häufige Übelkeit
- oftmals Infekte der Atemwege
- Entzündungen des Kehlkopfes
- Asthma
Es sind demnach Symptome,
die grundsätzlich nicht der Magensäure zuzuordnen sind. Es ist somit
verständlich, wenn stiller Reflux eher zufällig diagnostiziert wird.
Stiller Reflux Behandlung - welche Möglichkeiten
gibt es ?
Von wesentlicher Bedeutung
ist die Früherkennung. Jetzt, da Sie um das Beschwerdebild wissen,
können Sie sich mit ihrem Arzt beraten, wenn die ob genannten Beschwerden in
diffuser Form immer wieder auftauchen. Bestätigt sich der Verdacht, dann
besteht die Gefahr, dass sich die Speiseröhre verengt oder entzündet. Die
Maßnahmen, die zu ergreifen sind, sind denen der klassischen Reflux Behandlung
ähnlich:
- Bei den Medikamenten unterscheidet man zwei
Gruppen. Die einen, die die Magensäureproduktion reduzieren
(Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker) und jene, die die Säure neutralisieren
(Antazida). Nun muss man wissen, dass Magensäure die Funktion hat, Nahrung
die aus der Speiseröhre kommt zu zersetzen, für die Verdauung aufzubereiten
und eventuelle Bakterien und Krankheitserreger in der Nahrung zu
vernichten. Damit das funktioniert, muss sie in ausreichender Menge und
genügender Schärfe vorhanden sein. Beide Medikamentengruppen nehmen darauf
reduzierend Einfluss. Deshalb gibt es die Empfehlung, dass Antazida
(neutralisierend) nur im Akutfall genommen werden sollen, während
H2-Blocker (produktionshemmend) eher für eine langfristige Therapie
geeignet sind.
- Die langfristig gesündere Alternative oder
Ergänzung zu den Medikamenten ist die Änderung des Lebensstils.
Eine Umstellung der Ernährung, der Ess- und Trinkgewohnheiten
kann sehr viel bewirken. Am besten ist es, wenn Sie Ihrem Magen die Arbeit
erleichtern. Essen Sie langsam und kauen Sie gut, dann muss er weniger
Säure produzieren, um den Speisebrei zu zersetzen.
Sie starkMeiden ,fette Speisen. Trinken Sie wenig Alkohol und Kaffee, reduzieren Sie den Tabakkonsum. Empfehlungen, die logisch und verständlich sind, da sich diese Verhaltensweisen auf den ganzen Organismus positiv auswirken.scharfe
- Lassen Sie mögliche Risikofaktoren außen vor.
Stress. Übergewicht, wenig Bewegung, sind nur einige davon. Andere wie
Alkohol, Nikotin, Kaffee wurden schon genannt. Lebensstiländerungen gehen
nicht von einem Tag auf den anderen. Es bedarf einiger Zeit um neue
Verhaltensweisen zu erlernen. Aber Sie werden von Mal zu Mal merken, dass
sich Ihr Gesamtzustand verbessert und die Beschwerden des Reflux gehen
ebenfalls zurück.
Stiller Reflux Erfahrungen
Diese Art des Rückflusses
ist eine ernstzunehmende Krankheit, die leider viel zu oft zu spät
diagnostiziert wird, berichten Menschen, die längere Zeit an der Erkrankung
leiden oder gelitten haben. Oft werden die Symptome mit Medikamenten behandelt,
ohne der Ursache genau auf den Grund zu gehen. Einige Male ist es vorgekommen,
dass die Krankheit sogar auslösend für Krebserkrankungen der Speiseröhre
genannt wurde. Darum: Beobachten Sie sich, hören Sie in Ihren Körper, er wird
Ihnen die richtige Antwort geben.

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